VierJahreszeiten Appartments - Urlaub im Spreewald - Übernachtungen in jeder Jahreszeit
Samstag, 25. November 2017 - 12:21 Uhr

Die Spreewald - Sagen

SAGEN SIND EIN TEIL DER VOLKSDICHTUNG, EIN BESONDERES REICH DER POESIE.

 DIE SAGEN DER SORBEN UND WENDEN SIND MEISTENS VERBUNDEN MIT DER BÄUERLICHEN VOLKSKUNST IM SPREEWALD

DER SPREEWALD  Der Sage nach ist der Spreewald ein missglücktes Werk des Teufels.
Vor langer Zeit pflügte er mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree. Er war schon ein gutes Stück vorangekommen, nun wurden die zwei Zugtiere müde und wollten nicht mehr so recht. Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an: "Das euch verdammtes faules Vieh doch meine Großmutter hole!" Da waren die Tiere doch sehr erschrocken, rissen sich los und ergriffen die Flucht mit samt dem Pflug. Sie rannten kreuz und quer. Das Flussbett war zerstört und die verbliebenen Rinnen füllten sich mit Wasser, woraus unser Spreewald entstand mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge...genau weiss man es nicht mehr so.

Die Wissenschaftler sagen dagegen, dass der Spreewald als Teil eines Urstromtals bei Rückzug der Eismassen nach der letzten Eiszeit entstand. Es muss jeder selbst entscheiden, welcher Version er mehr Glauben schenkt!

Der BUBAK -  Einst huschte der böse, wilde, schwarze Mann in der Dämmerung über Fließe, Wiesen und Wälder, über die Dörfer und Bauerngehöfte des Spreewaldes. Stets war er auf der Suche nach bösen unartigen Kindern, die sich furchtsam vor ihm versteckten, um nicht gefressen zu werden.

Heute, in der Zeit von Emil (E-Mail) und Sandy (s Handy), glaubt natürlich kein Kind mehr an den schwarzen Mann, so lebt der BUBAK nur noch in der Geschichten und Sagen des alteingesessenen wendischen Spreewälders.

DIE MITTAGSFRAU - ursprünglich die Göttin für Tod und Leben. Sie erscheint mittags auf dem Feld und passt auf, dass man zwischen 12.00 und 13.00 Uhr eine Pause von der Feldarbeit einlegt. Trifft sie Jemanden bei der Arbeit, muss er sterben. An sonnigen, heißen Sommertagen streifte sie zwischen zwölf und ein Uhr mittags über die Felder. Besonders hatte sie es auf Frauen abgesehen, die in dieser Ruhestunde noch jäten und ernten. Urplötzlich stand die hagere Frau in weißen, webenden Gewändern  vor ihren Opfern, die scharfe Sichel drohend erhoben. Es gab nur ein Mittel, sich zu retten: Man musste sich bis zum Glockenschlag ein Uhr mir ihr unterhalten und ihr von der bäuerlichen Arbeit berichten. Gelang das nicht, so war das Leben verwirkt.

Wir wissen heute, daß Hitzeschlag und Sonnenstich in der Ernteglut so manches Opfer gefordert haben. Dies hat zur Entstehung dieser Sagen beigetragen..


DER SCHLANGENKÖNIG - Die Schlangen sind im Spreewald gute Tiere und Schutz- bzw. Hausgötter. Einige Sagen erzählen, dass die Schlange einfachen, redlichen und fleissigen Menschen eine Krone zum Geschenk machten und ihnen damit aus der Armut heraushalfen. Der Schlangenkönig schenkt Kindern oder armen Leuten einen Schatz. Die Schlange im Haus bringt Glück - aber auch die Schlangen im freien Feld besaßen geheime Kräfte. Der Schlangenkönig war  mit einer blitzenden Krone gekennzeichnet. Legte man ein weisses Tuch auf die Wiese, wo die Schlagen spielen, bekam man ein Stück von der Krone.

Man findet heute noch die Schlagen als Giebelverzierungen an den Spreewaldhäusern.

  Der WASSERMANN - vermutlich das Sinnbild eines Jeden selbst. Mal helfend, mal unzufrieden und Hochwasser entstehen lassend, mal verliebt, mal vertrauter Freund und Helfer, mal Feind, der nach dem Lebentrachtet. So wie das Wasser dem Menschen ein vertrauter Freund und Helfer sein kann, in dem es Lasten trägt, reiche Fischbeute bietet und zum Bade lockt, während es im nächsten Augenblick als grimmiger Feind mit wilden Strudeln Felder, Wiesen und Häuser überschwemmt, ja sogar nach dem Leben des Menschen greift, so unberechenbar erscheint auch der Dämon des Wasser, der Nix.

 IRRLICHTER - da es im Dunkel der Nacht im Spreewald allerlei Blinken und Leuchten gibt, glaubte man an kleine Geisterwesen, kleine Männchen mit Laternen. Wer so einem Irrlicht ( Blud ) begegnet, soll nicht schimpfen und fluchen - sonst wird er in die Irre geführt. Wer im Dunkeln sicher nach Hause kommen wollte, mußte dem Blud eine Stulle versprechen - aber wehe, wenn man nachher sein Wort nicht hielt: Ein Bauer wollte eines Nachts nach Hause und bat den Blud, ihn zu führen. Das Irrlicht erfüllte diesen Wunsch. Als sie das Gehöft erreichten, hielt der Bauer sein Versprechen nicht. Der Blud wurde böse und rannte auf dem Hof hin und her und brüllte wie ein Stück Vieh. Der Bauer bekam es mit der Angst zu tun, wollte retten, was zu retten war und fiel im Dunkeln in seine Jauchegrube ....

DER DRACHE: Der Plon ist ein Gelddrache, er wohnt auf dem Dachboden und wird jeden Tag mit Hirsebrei gefüttert, so bringt er Geld und Getreide ins Haus. Es gab einen durch den Plon reich gewordenen, habgierigen Bauern, der seinen Plon wegen seiner Gefräßigkeit nicht mehr wollte. Der Bauer wollte dem Plon erst wieder etwas zu Essen geben, wenn der Stiefel, den er im Dachboden angehängt hatte, voll Gold wäre. Da der Bauer aber die Sohle des Stiefel abgeschnitten hatte, fielen alle Münzen hindurch. Der Stiefel blieb leer und der Plon mußte verhungern. Zur Strafe wurde alles Gold und Geld des Bauern zu Pferdedreck.

DIE LUTKI: - Die Lutki oder Luttchen sind ein Volk kleiner Menschen mit Bart und weißer oder roter Kleidung. Sie besuchten  Menschen, um sich Gebrauchsgegenstände oder Arbeitsgeräte auszuleihen - nach getaner Arbeit brachten sie die ausgeliehenen Dinge immer zurück. Zum Dank dafür halfen sie den Menschen bei der Arbeit oder brachten Essen und Trinken. Sie wohnten unter der Erde, waren arglos, ehrlich, hilfsbereit, tüchtig und freundlich. Sie verstanden es, Schätze anzuhäufen und behüteten diese, erkennbar an blauen Flämmchen, die aus der Erde aufstiegen.